1. Einleitung

Neben Bildaufbau und Belichtung ist Schärfe das dritte große Kriterium für die Beurteilung der Qualität eines Fotos. Trotz dieser zentralen Bedeutung verwenden viele Freizeitfotografen während der Aufnahme keinen Gedanken auf die Bildschärfe, sondern vertrauen blind der Kameraelektronik. Entspricht eine Aufnahme nicht ihren Vorstellungen, wird dann meist zu Unrecht über die Qualität der Kamera geschimpft.

Dabei ist die Bildschärfe das zentrale Thema der Fotografie. Sie wird von unzähligen Faktoren beeinflusst, wie z.B. dem Motiv, der Belichtung, der Kameratechnik, der Nachbearbeitung, der Präsentation u.v.m. Gleichzeitig beeinflusst sie aber auch selbst unzählige Aspekte der Fotografie, wie z.B. die Bildgestaltung, die Belichtung, die Nachbearbeitung, die Präsentation u.v.m. Es ist gerade dieses komplizierte Geflecht von Wechselwirkungen, das den Umgang mit der Bildschärfe für den Fotografen nicht immer einfach macht. Während des gesamten Prozesses des Fotografierens muss die Bildschärfe vom Fotografen zumindest im Auge behalten werden. Deshalb ist es auch ein grundlegender Fehler, sich in diesem Punkt allein auf die Kameraelektronik zu verlassen.

Auf den folgenden Seiten will ich versuchen, einen kurzen Einstieg in das Thema Schärfe zu geben. Dabei ist es gar nicht möglich, dieses Thema vollständig zu erfassen. Es soll nur auf einige Zusammenhänge hingewiesen werden, die für das Verständnis der Bildschärfe wichtig sind. Dadurch soll das Verständnis für die komplexen Zusammenhänge der Bildschärfe verbessert werden.

Viele Artikel oder Fotobücher vermitteln oft den Eindruck, dass die Bildschärfe eine exakte Wissenschaft sei, die genau berechnet und gesteuert werden könnte. In der Theorie ist dies auch richtig. Allerdings ist gerade in Bezug auf die Bildschärfe die Kluft zwischen Theorie und Praxis riesengroß. Tatsächlich ist der Umgang mit Schärfe im fotografischen Alltag ganz besonders von der Intuition und der Erfahrung des Fotografen geprägt. Lassen Sie sich also nicht entmutigen, wenn Sie die Bildschärfe zwar theoretisch verstanden haben, die Umsetzung in der Praxis aber nicht auf Anhieb klappen sollte. Je mehr praktische Erfahrung Sie sammeln, umso leichter wird Ihnen der Umgang mit der Schärfe fallen. Analysieren Sie Ihre Aufnahmen, um aus eigenen Fehlern zu lernen.