1. Einleitung

Einen räumlichen Eindruck mit einem zweidimensionalen Foto erzeugen zu wollen, mag zunächst paradox erscheinen. Doch bereits die Künstler der Renaissance haben eindrucksvoll bewiesen, dass dies möglich ist. Sie erwarben dabei Kenntnisse, die auch heute noch für den modernen Digitalfotografen von Bedeutung sind.

Die räumliche Wirkung einer Aufnahme ist oft maßgeblich für die Qualität der Aufnahme. Sie verleiht einem Foto im wahrsten Sinne des Wortes Tiefe, sie zieht den Betrachter in das Motiv und fesselt seine Aufmerksamkeit. Wer als Fotograf diese Möglichkeiten nutzen will, sollte verstehen, wie der Mensch Räume wahrnimmt und wie er dies für seine Zwecke einsetzen kann. Anders als die Maler der Renaissance kann der Fotograf seine Bilder nicht auf einer leeren Leinwand konstruieren, er muss das Potential eines vorhandenen Motivs erkennen und bestmöglich mit dem Kamerasensor einfangen. Dies verlangt von ihm eine bewusste Wahrnehmung seiner Umwelt.