7. Zubehör

Auf dem Markt gibt es zu jedem Objektiv zahlreiches Zubehör. Nicht alles was in der analogen Fotografie sinnvoll oder notwendig war, macht in der digitalen Fotografie noch Sinn.

Streulichtblende

Streulichtblenden - auch Gegenlicht- oder Sonnenblenden genannt - sind tubenförmige Aufsätze, die an der Frontseite des Objektivs aufgesteckt oder eingeschraubt werden. Sie sollen verhindern, dass seitlich einfallendes Licht zu unerwünschten Reflektionen an Linsen im Objektiv führt, wodurch die Bildqualität erheblich beeinträchtigt werden kann.

Für die meisten Wechselobjektive gibt es passend berechnete Streulichtblenden, die ein Maximum an Abschirmung bieten, ohne dass Teile der Bildfläche beeinträchtigt werden. Bei Zoomobjektiven wird die Blende in der Regel auf die kürzeste Brennweite berechnet und bietet nach dem Ausfahren des Zooms nicht mehr den optimalsten Schutz.

Leider ist es noch immer nicht selbstverständlich, dass Objektive serienmäßig mit einer passenden Streulichtblende ausgeliefert werden. Ebenso bedauerlich ist es, dass für Kompaktkameras in der Regel keine Streulichtblenden angeboten werden. Dennoch sollte wenn möglich immer mit einer Streulichtblende gearbeitet werden. Auch bei "ganz normalen" Lichtverhältnissen kann die Streulichtblende den Kontrast einer Aufnahme entscheidend verbessern.

Filter

In den Zeiten der analogen Fotografie hat sich ein fast unüberschaubares Angebot unterschiedlichster Fotofilter entwickelt. Oft wird behauptet, dass diese Filter in der digitalen Fotografie überflüssig geworden seien, weil sich die Effekte einfacher in der Nachbearbeitung simulieren lassen. Dies mag für viele Filter im Grundsatz richtig sein, gilt jedoch nicht für alle.

Filter sind meist kreisrunde Scheiben aus Glas oder Kunststoff, die in das Filtergewinde an der Frontseite des Objektivs eingeschraubt werden. Leider haben Objektive meist unterschiedlichste Größen, so dass auch die Filtergewinde unterschiedliche Durchmesser haben können. So kann es erforderlich werden, für jedes Objektiv einen eigenen Satz Filter anzuschaffen. Eine Alternative sind Adapterringe, die es ermöglichen, Filter mit größerem Durchmesser an Objektive mit kleinerem Filtergewinde zu schrauben.

Ein anderes Konzept sind sog. Steckfilter. Diese Filter sind nicht kreisrund, sondern rechteckig. Sie werden in ein Halterungssystem geschoben, das am Objektiv befestigt wird. Beim Einsatz von Verlauffiltern bietet ein solches System deutliche Vorteile. Im Übrigen ist es aber etwas unhandlich und leider auch anfälliger für störende Lichtreflexe.

Kompaktkameras bieten leider häufig keine Möglichkeiten zur Befestigung von Filtern.

Polarisationsfilter

Der Polfilter brachte nicht nur die Farben der Kirche besser hervor, sondern dunkelte den blauen Himmel stark ab.

Der Polarisationsfilter - kurz Polfilter genannt - ist auch in der Digitalfotografie einer der wichtigsten Filter. Er filtert polarisiertes Licht, wodurch gleich zwei Effekte erzielt werden können. Zum einen führt dies zu einer Vertiefung der Farben, zum anderen reduziert er die Spiegelungen auf nichtmetallischen Oberflächen, wie z.B. Wasser, Glas u.ä. Der bekannteste Effekt des Filters ist das Abdunkeln des blauen Himmels, damit sich weiße Schäfchenwolken deutlicher absetzen.

Polfilter sind kreisrunde Scheiben in einem speziellen Halter. Sie können noch gedreht werden, wenn sie an ein Objektiv geschraubt sind. Durch das Drehen des Filters kann seine Wirkung genauestens gesteuert werden.

Polfilter werden als lineare und als zirkulare Polarisationsfilter angeboten. Lineare Polfilter können an vielen Kameras verwendet werden. An einigen Kameras können sie jedoch den Belichtungsmesser und/oder den Autofokus durcheinander bringen. In diesen Fällen muss mit dem teureren zirkularen Polarisationsfilter gearbeitet werden, der (fast) die gleichen Effekte erzielt. Lässt sich dem Handbuch Ihrer Kamera nicht entnehmen, welchen Polfilter Sie verwenden können, ist der zirkulare Polfilter im Zweifel die sichere Wahl.

Polfilter verringern das einfallende Licht um ein bis zwei Blendenstufen. Bei einer TTL-Belichtungsmessung wird dies automatisch berücksichtigt. Bei der Arbeit mit dem Handbelichtungsmesser muss der Lichtverlust allerdings berücksichtigt werden.

Neutraldichtefilter (ND)

Dank ND-Filter konnte trotz heller Sonne die Verschlusszeit so verlängert werden, dass das Wasser unscharf verläuft.

Neutraldichtefilter - auch Graufilter genannt - sind gleichmäßig grau getönte Scheiben. Sie verringern das in die Kamera fallende Licht, ohne dabei die Farbe zu beeinflussen. Auf diese Weise können auch bei hellen Lichtverhältnissen längere Verschlusszeiten erzielt werden oder die Blende für eine geringere Schärfentiefe weiter geöffnet werden.

In der Not kann auch ein Polfilter zum selben Zweck eingesetzt werden.

Grauverlauffilter

Grauverlauffilter sind im Gegensatz zu Graufiltern nur etwa zur Hälfte grau getönt, während die andere Hälfte klar ist. Der Übergang zwischen der getönten und der klaren Hälfte ist fließend, wobei er je nach Filter mal härter, mal weicher ausfallen kann.

Grauverlauffilter sind insbesondere in der Landschaftsfotografie unverzichtbar, um den Kontrastumfang eines Motivs zu reduzieren. Meist wird der Filter eingesetzt, um den hellen Himmel abzudunkeln und so den Kontrast zwischen Himmel und Landschaft zu reduzieren.

Für Grauverlauffilter eignen sich besonders Steckfiltersysteme. Steckfilter können nicht nur gedreht, sondern auch nach oben und unten verschoben werden. Auf diese Weise kann der Übergang von der getönten zur klaren Filterhälfte individuell dem Motiv angepasst werden und muss nicht exakt in der Bildmitte liegen.

UV-Filter

UV-Filter sind klare Scheiben, die ultraviolettes Licht filtern. In der Digitalfotografie haben sie praktisch keinen Effekt auf die Aufnahme. Da UV-Licht den Kamerasensor beschädigen kann, ist in jeder Kamera ein UV-Filter vor dem Sensor integriert. Eines zusätzlichen Filters vor dem Objektiv bedarf es deshalb nicht.

Da UV-Filter gleichzeitig praktisch keinen Lichtverlust verursachen, werden sie häufig als Schutz teurer Objektive vor Verschmutzungen und Kratzern in der Frontlinse empfohlen. Ein zusätzlicher Filter ist gleichzeitig aber auch ein zusätzliches optisches Element, das Abbildungsfehler verursachen und die Vorzüge eines teuren Objektivs wieder zunichte machen kann. Einen besseren Schutz bietet zudem die Objektivkappe.

Farbfilter

Schließlich gibt es unzählige Farb- und Farbverlauffilter. Bei ihrem Einsatz in der Digitalfotografie ist jedoch Vorsicht geboten. Wird gleichzeitig mit dem automatischen Weißabgleich der Kamera gearbeitet, wird dieser die Farbwirkung des Filters wieder neutralisieren. Wollen Sie mit Farbfiltern einen Effekt im Foto erzielen, müssen Sie mit dem manuellen Weißabgleich der Kamera arbeiten.

Zudem können die mit Farbfiltern erzielten Effekte ohne Qualitätsverlust auch im Rahmen der RAW-Konvertierung am Computer nachträglich erzielt werden, indem der Weißabgleich entsprechend eingestellt wird. Auch mit einfachen Bildbearbeitungsprogrammen lassen sich ähnliche Effekte oft ohne nennenswerte Qualitätsverluste nachträglich simulieren. Dabei können Intensität und Farbe deutlich individueller gesteuert werden, als dies mit einem Filter möglich wäre (siehe auch: Dunkelkammer - Gimp).

Zwischenringe & Balgen

Zwischenringe sind eine preiswerte Alternative zu Makroobjektiven. Sie werden zwischen Objektiv und Kamera montiert und vergrößern so den Abstand zwischen Linsengruppe und Sensor. Auf diese Weise kann der Brennpunkt besonders naher Motive, der ohne Zwischenring hinter dem Sensor liegen würde, auf die Sensorebene zu legen.

Zwischenringe werden einzeln oder im Set mit 12, 20 und 36 mm Länge angeboten. Da mehrere Zwischenringe gleichzeitig verwendet werden können, können unterschiedlichste Längen erzielt werden.

Noch mehr Flexibilität erreichen Sie mit Balgen, der ebenfalls zwischen Objektiv und Kamera montiert wird. Dank der Ziehharmonika ähnlichen Konstruktion, kann seine Länge ganz individuell eingestellt werden.

Der größere Abstand zwischen Objektiv und Sensor führt natürlich zu Lichtverlust. Bei einer TTL-Belichtungsmessung wird dieser automatisch berücksichtigt. Bei der Arbeit mit externen Belichtungsmessern muss er jedoch manuell berücksichtigt werden.

Nahlinsen

Ebenfalls ein Hilfmittel für die Makrofotografie sind Nahlinsen, die wie Filter auf das Objektiv geschraubt werden. Die konvexe Linse wirkt wie eine Lupe und vergrößert das Motiv. Da die Linse auf das Objektiv geschraubt wird, können Nahlinsen auch an Kompaktkameras mit fest verbauten Objektiv verwendet werden, wenn ein Filtergewinde vorhanden ist.

Telekonverter

Telekonverter (auch Extender genannt) werden wie Zwischenringe zwischen Objektiv und Kamera gesetzt. Anders als Zwischenringe vergrößern sie nicht nur den Abstand zwischen Objektiv und Sensor. Sie verfügen über weitere optische Bauteile, die eine echte Verlängerung der Brennweite bewirken.

Telekonverter werden üblicher Weise als 1,4x- oder 2x-Modell angeboten. 1,4x-Konverter verlängern die Brennweite des Objektivs um den Faktor 1,4, ein 200-mm-Teleobjektiv erhält also eine Brennweite von 280 mm. Ein 2x-Konverter verdoppelt sogar die Brennweite, ein 200-mm-Teleobjektiv erhält also eine Brennweite von 400 mm. Natürlich verursachen auch Telekonverter Lichtverluste, die bei der externen Belichtungsmessung zu berücksichtigen sind.