Schwarz/Weiß-Umwandlung II: Filter-Film-Methode (Photoshop CS)

Im ersten Teil wurde gezeigt, wie ein Farbfoto mit Hilfe des Kanalmixers in ein Schwarzweißbild umgewandelt werden kann. Auch wenn sich mit dem Kanalmixer hervorragende Ergebnisse erzielen lassen, ist diese Methode insbesondere für Umsteiger von der analogen Schwarzweißfotografie etwas gewöhnungsbedürftig.

Die Filter-Film-Methode orientiert sich stärker an der analogen Fotografie. Das Prinzip ist simpel: Eine Einstellungsebene simuliert den analogen Schwarzweißfilm ("Film"), eine darunterliegende zweite Einstellungsebene simuliert die Verwendung eines Farbfilters bei der Aufnahme ("Filter").

Ausgangspunkt ist auch hier eine Farbaufnahme, die im RGB-Modus vorliegen sollte. Optimieren Sie das Foto zunächst wie gewohnt.

In meinem Beispiel wurde lediglich eine Einstellungsebene "Tonwertkorrektur" angelegt.

1. Schritt

Anschließend wird zuerst mit einer Einstellungsebene "Farbton/Sättigung" der Schwarzweißfilm simuliert (Befehl: Ebene > Neue Einstellungsebene > Farbton/Sättigung...).

Um dem Foto die Farbe zu entziehen, wird die Sättigung für alle Farbtöne ("Standard") einfach auf "-100" eingestellt.

Tipp: Um in der Ebenenpalette die Übersicht zu behalten, sollte Sie der Ebene einen neuen Namen geben, z.B. "Film" (Befehl: Ebene > Ebeneneigenschaften).

2. Schritt:

Das Foto liegt nun als Schwarzweißbild vor. Das Ergebnis ist jedoch - verglichen mit der Kanalmixermethode - eher enttäuschend.

Die Simulation eines analogen Schwarzweißfilms ist eben mehr als nur das Entziehen der Farbe. So paradox es auch klingen mag, Schwarzweißfilme geben Farben unterschiedlich wieder. Fotografen der alten Schule wissen genau, dass der eine Film z.B. auf Rottöne stärker reagiert und sie in dunkleren Grautönen wiedergibt als ein anderer Film.

Dieser Effekt kann auch in Photoshop simuliert werden. Rufen Sie hierzu den Dialog der Filmebene wieder auf (Doppelklick auf das Ebenensymbol in der Ebenenpalette). Wählen Sie nun im PopUp-Menü "Bearbeiten" die einzelnen Farbtöne aus und stellen Sie über den Schiebregler "Lab-Helligkeit" den jeweils gewünschten Helligkeitswert ein.

Die Kunst besteht nun darin, die richtigen Helligkeitswerte für die einzelnen Farbtöne zu finden. Hier heißt es probieren, probieren, probieren... Sie können sich über die Eigenschaften analoger Schwarzweißfilme informieren und versuchen diese nachzuvollziehen.

Für die Landschaftsaufnahme in meinem Beispiel habe ich folgende Werte verwandt.

  • Rottöne:
    Gelbtöne:
    Grüntöne:
    Cyantöne:
    Blautöne:
    Magentatöne: 
    + 8
    +83
    +42
    +27
    0
    +17

Das Laub der Bäume im Hintergrund wird bei dieser Einstellung deutlich differenzierter wiedergegeben. Gleichzeitig wurde das Bild heller.

Hier noch ein Vorschlag für eine Porträtaufnahme:

  • Rottöne:
    Gelbtöne:
    Grüntöne:
    Cyantöne:
    Blautöne:
    Magentatöne: 
    0
    +71
    +40
    +55
    +49
    +84

Tipp: Wenn Sie eine passende Einstellung gefunden haben, speichern Sie sie unbedingt unter einem aussagekräftigen Namen ab (im Dialog der Einstellungsebene auf "Speichern..." klicken). So können Sie die Einstellungen auch auf andere Fotos anwenden, ohne alle Werte neu per Hand eingeben zu müssen.

Teilen Sie mir doch bitte auch Ihre Einstellungsvorschläge unten in der Kommentarbox mit.

3. Schritt:

Nun geht es daran den Farbfilter zu simulieren. Hierfür bietet sich eine Einstellungsebene "Fotofilter" an (Befehl: Ebene > Neue Einstellungsebene > Fotofilter...). Wichtig ist hier, dass die Filterebene nicht zuoberst liegen darf, sondern sich direkt unter der Filmebene befinden muss. Verschieben sie die Ebene ggf. in der Ebenenpalette an die richtige Stelle.

Mit der Einstellungsebene "Fotofilter" lässt sich nun die Verwendung beliebiger Farbfilter bei der Aufnahme simulieren. Wählen Sie im Dialog der Ebene den gewünschten Filter oder eine Farbe aus.

Die Dichte des Filters können Sie zunächst auf "100 %" heraufsetzen und die Feinabstimmung später in der Ebenenpalette über die Deckkraft der Ebene vornehmen. Das Kontrollkästchen "Luminanz erhalten" sollte aktiviert sein.

In meinem Beispiel habe ich den Gelbfilter gewählt und die Ebenendeckkraft später auf "70 %" reduziert.

 

4. Schritt:

Die Umwandlung in ein Schwarzweißbild ist damit eigentlich abgeschlossen.

Durch die Einstellungen im zweiten Schritt wurde jedoch der Schwarzpunkt verschoben und das Bild heller. Deshalb habe ich folgende Einstellungsebene "Gradationskurve" hinzugefügt. Diese Ebene muss nun wieder zuoberst liegen.

Durch diese Gradationskurve wird das Schwarz im Bild kräftiger und der Kontrast leicht erhöht. Die individuelle Feinabstimmung der Kurve kann wieder über die Ebenendeckkraft erfolgen.

Ergebnis

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