Schwarz/Weiß-Umwandlung III: RAW-Konvertierung
(Photoshop CS3)

Dank der neuen Steuerelemente in Camera Raw 3 ist der RAW-Konverter nun auch hervorragend geeignet, um aus RAW-Daten Graustufenbilder zu erzeugen. Wie das geht, will ich hier am Beispiel des RAW-Moduls in Photoshop CS3 zeigen. Auf dieselbe Weise - sogar noch etwas komfortabler - kann auch mit Photoshop Lightroom gearbeitet werden.

1. Schritt:

Das Ausgangsbild ist diese mit Löwenzahn übersäte Wiese. Es dominieren drei Farben, das Gelb der Blüten, das Grün des Grases und das Blassblau des Himmels.

Die RAW-Datei wurde aus Photoshop aufgerufen, so dass automatisch Camera Raw gestartet wird. Noch im Farbmodus wurde die Belichtung auf 0,05 erhöht und der Kontrast leicht angepasst.

2. Schritt:

Das Kontollkästchen zur Aktivierung der Graustufenkonvertierung befindet sich im RAW-Modul von Photoshop etwas versteckt auf der Registerkarte "HSL/Graustufen". Die Registerkarte verbirgt sich hinter diesem Symbol in der Registerauswahl.

Um das Foto in ein Schwarzweißfoto umzuwandeln, muss lediglich das Kontrollkästchen "In Graustufen konvertieren" aktiviert werden.

Sofort nimmt Camera Raw eine automatische Anpassung der Farbkanäle vor. In meinem Beispiel führte dies dazu, dass das Bild insgesamt dunkler wurde und fast kein Kontrast mehr zwischen gelben Blüten und grünem Gras vorhanden war.

Um die automatischen Änderungen rückgängig zu machen, müssen Sie einfach den Link "Standard" oberhalb der Schiebregler anklicken. Hierdurch werden alle Werte wieder auf null gesetzt.

Die Standardwerte ließen mein Beispielsfoto zwar wieder etwas heller erscheinen, der Kontrast zwischen Blüten und Gras änderte sich jedoch nicht wesentlich.

3. Schritt:

Nun heißt es, die passenden Werte für die einzelnen Farbtöne zu finden, um die gewünschten Graustufen im Bild zu erhalten. Die Arbeit ist vergleichbar mit den Einstellungen bei der Schwarz/Weiß-Umwandlung mit der Filter-Film-Methode.

In meinem Beispiel wollte ich den Kontrast zwischen Blüten und Gras ebenso erhöhen wie den zwischen Himmel und Wolken. Ich erhöhte deshalb hauptsächlich die Helligkeitswerte für die Gelbtöne, während die Werte für die Blau- und Grüntöne verringert wurden.

4. Schritt

Die Kanalanpassung führte dazu, dass sich die Tonwerte insgesamt etwas verschoben haben und ein Teil der Lichter beschnitten wurde. Deshalb wurden auf der Registerkarte "Grundeinstellungen" Belichtung und Kontrast nochmals abgestimmt. In der RAW-Konvertierung ist dies problemlos möglich, da die Berechnung der Bildinformationen erst beim Öffnen der Datei in Photoshop erfolgt. Wiederholte Änderungen an den Tonwerten führen deshalb anders als in der normalen Bildbearbeitung nicht zu Informationsverlusten.

Darüber hinaus bleibt die ursprüngliche RAW-Datei unverändert mit allen Bildinformationen erhalten. So kann jederzeit eine neu Version des Fotos - auch in Farbe - kreiert werden.

Ergebnis

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