Linux – Eine Alternative für Fotografen?!

Fotografieren kann ein vergleichsweise teures Hobby sein. Nicht nur die Anschaffung von Kamera, Objektiven usw. kostet Geld. Um Fotos zu bearbeiten und zu archivieren wird weitere Hard- und Software benötigt, die mit steigenden Ansprüchen immer teurer wird. Die Anschaffung professioneller Programme, wie z.B. Photoshop, kann schnell die Kosten der Anschaffung der Kameraausrüstung übersteigen.

Natürlich kann für die Bildbearbeitung und -verwaltung der handelsübliche Windows-PC genutzt werden, den man ohnehin schon in seinem Arbeitszimmer stehen hat. Wer jedoch intensiver den PC für die Bildbearbeitung nutzt, wird bald feststellen, dass Windows kein Betriebssystem ist, dass für Fotografen entwickelt wurde. Selbst unter Windows 8 ist beispielsweise das Farbmanagement alles andere als ein Kinderspiel.

Professionelle Fotografen und Medienexperten schwören deshalb nach wie vor auf Applecomputer. Doch bei der Anschaffung von Apple Hard- und Software bezahlt man leider nicht nur für die Ware, sondern immer auch für die Marke und deren Image.

Bleiben als letzte Alternative Linux und entsprechende Open-Source-Programme. Doch kann Software, die kostenlos im Internet angeboten wird, tatsächlich eine ernst zu nehmende Konkurrenz zu teuren kommerziellen Programmen sein? Genau das wollte ich genauer wissen und habe deshalb einen Selbstversuch gestartet.

Ausgangspunkt

Linux gilt als das Betriebssystem der Computerfreaks. Ich selbst würde mich nicht als Computerexperten bezeichnen, sondern bestenfalls als halbwegs erfahrenen PC-Nutzer. Ehrlich gesagt war ich mit ziemlich sicher, bereits bei den ersten Schritten wieder aufgeben zu müssen.

Als Hardware diente mit ein älteres HP-Notebook GT7000 mit einem Intel Dual Core Prozessor und 2 MB Arbeitsspeicher. Der Windows-Leistungsindex war mit 3,2 angegeben, im Vergleich zu aktuellen Rechner also eher ein Leichtgewicht. Vorinstalliert war auf dem Notebook Windows Vista (32bit).

Leistungsindex

Die Qual der Wahl

Wer sich nach einem Linuxbetriebssystem umschaut, stößt auf zahllose sog. Linuxdistributionen. Linux selbst ist nämlich genau genommen gar kein Betriebssystem, sondern nur der sog. Kernel, also der Systemkern, um den herum je nach Distribution weitere Programme gesammelt werden, die dann zusammen das Betriebssystem bilden.

Die wohl verbreitetste Linuxdistribution für den Endverbraucher ist externer Link Ubuntu. Für den Fotografen möglicherweise wegen einzelner spezieller Funktionen auch interessant sind die Distributionen externer Link Kubuntu und externer Link Linux Mint. Ich habe mich jedoch für Ubuntu entschieden, da es kinderleicht zu bedienen sein soll und im Internet umfangreiche Hilfe für diese Distribution angeboten wird.

Auf der Seite externer Link www.ubuntu.com finden sich viele Versionen des Betriebssystems, die neuste ist die Version 13.04 (Stand: Mai 2013). Den Versionen 10.04 und 12.04 ist das Kürzel „LTS“ angehängt. LTS steht für „long-term support“ und bedeutet, dass Ubuntu für diese Versionen auch dann noch Softwareaktualisierungen bereitstellt, wenn bereits eine neuere Version veröffentlicht wurde. Wer also nicht ständig sein Betriebssystem wechseln möchte, sollte eine der LTS-Versionen wählen. Meine Wahl viel auf Ubuntu 12.04 LTS.

32 oder 64bit?

Ubuntu wird sowohl als 32bit-Version als auch als 64bit-Version angeboten. Die 64bit-Version hat den Vorteil, dass sie das Leistungspotential des Computers besser ausnutzt und ist deshalb ideal für die Bildbearbeitung. Allerdings können ältere Computerprozessoren nur mit der 32bit-Version arbeiten.

EigenschaftenWelche Version für Sie die passende ist, können Sie ganz einfach herausfinden, indem Sie einen Rechtsklick auf das Computersymbol auf dem Desktop Ihres Windowsrechners machen und anschließend den Punkt „Eigenschaften“ auswählen. Im folgenden Fenster wird angegeben, ob bisher eine 32bit- oder eine 64bit-Windowsversion auf dem Rechner installiert ist. Wenn Sie eine entsprechende Ubuntuversion wählen, sind Sie auf der sicheren Seite.

Sie können natürlich auch versuchen, von einem 32bit- auf ein 64bit-Betriebssystem umzusteigen. Sollte Ihr Prozessor hierfür nicht geeignet sein, wird die Installation der 64bit-Version bereits zu Beginn abgebrochen. Wenn Sie Ihren Prozessor lieber vorher testen wollen, finden Sie auf den Seiten von externer Link PC Welt eine einfache Anleitung.

Bootmedium

Wenn Sie sich für eine Ubuntuversion entschieden haben, können Sie das Betriebsystem als sog. Image (ISO-Datei)
externer Link herunterladen.

Aus dieser ISO-Datei muss dann eine bootfähige CD oder ein bootfähiger USB-Stick erstellt werden. Das ist unter Windows einfacher gesagt als getan.

UNetbootinVergleichsweise einfach ist das Erstellen eines bootfähigen USB-Sticks mithilfe des kostenlosen Hilfsprogramms externer LinkUNetbootin“. In UNetbootin müssen Sie einfach den Punkt „Diskimage“ aktivieren, die heruntergeladene Imagedatei auswählen und das gewünschte USB-Laufwerk angeben. Sobald Sie auf „OK“ klicken, wird das Bootmedium erstellt.

UNetbootin könnte auch das Herunterladen der Image-Datei übernehmen. Dies ist bei mir jedoch wiederholt fehlgeschlagen, sodass ich den hier gezeigten Weg empfehle.

Wer lieber eine bootfähige CD brennen möchte, hat es unter Windows etwas schwerer. Je nach Windowsversion muss hierfür ein anderer Weg gewählt werden. Deshalb hier nur ein paar Links:

Installation

Nun endlich kommt die eigentliche Installation.

Wer zuvor den schwierigeren Weg gegangen ist und eine Installations-CD erstellt hat, hat es jetzt einfacher. Einfach die CD ins Laufwerk einlegen und einen Systemneustart ausführen. Der Computer müsste nun beim Neustart von der CD booten und automatisch das Installationsmenü öffnen. Das kann jedoch ein paar Minuten dauern.

Wer vorhin einen USB-Stick gefertigt hat, kann nun vor einer echten Herausforderung stehen. Stecken Sie den Stick in eine USB-Buchse und fahren Sie den Computer vollständig herunter. Drücken Sie den Power-Schalter des Computers, damit der Rechner wieder hochfährt. In aller Regel wird der Computer nicht automatisch vom USB-Stick booten. Meist muss man direkt beim Erscheinen des ersten Bildschirmbildes eine bestimmte Taste drücken, um ein Menü aufzurufen, in dem das Bootlaufwerk ausgewählt werden kann. Welche Taste dies ist, ist von Rechner zu Rechner unterschiedlich. Bei mir war es die Taste F9. Möglich sind auch die Tasten F2, ESC oder die Tastenkombination Shit + Strg + Alt + Entf. Die Tastenkombination wird meist im ersten Bildschirm für etwa eine Sekunde angezeigte. Hier ist schnelles Reaktionsvermögen gefragt. Ich habe es immerhin im sechsten Anlauf geschafft, die richtige Taste zu finden.

Die Installation selbst ist dann wirklich ein Kinderspiel. Zuerst wird die gewünschte Sprache für die Menüführung und die verwendete Tastatur abgefragt. Die anschließenden Dialoge sind selbsterklärend.

Wenn Sie Ubuntu zunächst nur testen wollen, können Sie es neben ihr bisheriges Betriebssystem installieren. Das alte System bleibt auf der Festplatte erhalten und bei jedem Neustart des Systems können Sie dann wählen, mit welchem Betriebssystem Sie arbeiten wollen. Wenn Sie wie ich mit dem Rechner vollständig auf Ubuntu umsteigen wollen, können Sie Ubuntu als einziges Betriebssystem installieren, die Festplatte wird dann vorher gelöscht.

Wenn alle Daten installiert wurden, wird das System automatisch neu gestartet (den USB-Stick vorher nicht entfernen!).

WLAN-Verbindung herstellenWenn der Rechner nicht bereits während der Installation über Kabel mit dem Internet verbunden war, können Sie nun eine Verbindung mit Ihrem WLAN herstellen. Klicken Sie hierzu einfach oben rechts auf das WLAN-Symbol, wählen im folgenden Menü Ihr WLAN aus und geben Sie die geforderten Daten ein. Wenn Sie mit dem Internet verbunden sind, sollten Sie das System aktualisieren. Klicken Sie dazu oben rechts auf das Einstellungssymbol und wählen Sie im folgenden Menü Softwareaktualisierung. Ist dieser Menüpunkt inaktiv, ist Ihr System bereits aktualisiert.

Erster Eindruck

ArbeitsflächeDie Ubuntu-Arbeitsfläche präsentiert sich sehr übersichtlich.

Panel

Am oberen Bildschirmrand befindet sich das sog. Panel mit unterschiedlichen Statusinformationen, z. B. System-Informationen (Benachrichtigung), Zeit- und Datumseinstellung oder aktuellen Benutzer-Informationen. Wird eine Anwendung gestartet, ändern sich die angezeigten Informationen. Für Windows-Nutzer ungewohnt, wenn ein Programm geöffnet ist und den Fokus hat, erscheint das Programmmenü im Panel oben links nur, wenn man mit der Maus über das Panel fährt (Mouse-Over-Effekt).

Menü

StartmenüAm linken Bildschirmrand befindet sich das sog. Startmenü. Nach der Installation befinden sich hier bereits erste Programme, wie der Webbrowser Firefox oder die Officeanwenden LibreOffice Writer, Calc und Impress.

Dash-StartseiteGanz oben befindet sich die Dash-Startseite. Hier können Sie nach installierten Programmen, die nicht im Startmenü angezeigt werden, oder gespeicherten Dokumenten suchen und diese öffnen. Die Dash-Startseite können sie auch über die Windowstaste aufrufen.

Persönlicher OrdnerDer persönliche Ordner öffnet einen Dateibrowser, mit dem Sie auf die Festplatte und ggf. ein Netzwerk zugreifen können.

Ubuntu Software-CenterDas Ubuntu Software-Center ist entfernt vergleichbar mit iTunes bei Apple. Hier werden zahlreiche kostenlose, z. T. aber auch kostenpflichtige Programme bereitgestellt, die mit einem einfachen Mausklick installiert werden können. Der Vorteil dieser Shoplösung ist, dass die im Center angebotenen Apps zuvor auf Schadsoftware überprüft wurde. Der Nachteil ist, dass viele gerade auch für den Fotografen interessante Software im Center nur in älteren Versionen verfügbar sind, da das Center nicht aktualisiert wird.

Software

Als Nächstes geht es an die Installation der erforderlichen Fotosoftware. Unter Linux sind dies natürlich externer Link Gimp für die Bildbearbeitung und externer Link Darktable für die Arbeit mit RAW-Dateien.

Gimp

Ubuntu Software-CenterIm Ubuntu Software-Center ist Gimp mit der Version 2.6 vertreten (Stand: Mai 2013). Dies ist zwar nicht die neuste Version, soll hier aber genügen, da wichtige Neuerungen, insbesondere die vollständige 16-bit-Unterstützung, erst für die Version 3.0 angekündigt sind.

Öffnen Sie einfach das Ubuntu Software-Center und suchen Sie nach Gimp.

Gimp im Software-CenterKlicken Sie auf den Eintrag „Gimp“, um weitere Informationen zum Programm und der angebotenen Version zu erhalten. Ferner finden Sie hier auch einige Erweiterungen zum Programm, die mit installiert werden können. Sinnvoll ist insbesondere die „Gimp-Erweiterung zum Drucken von Bildern (gimp-gutenprint)“.

Um das Programm zu installieren, müssen Sie einfach den Button „Installieren“ klicken, den Sie in der oberen Hälfte des Fensters am rechten Rand finden. Anschließend wird lediglich Ihr Ubuntu-Benutzerpasswort abgefragt, das Sie auch für die Anmeldung am Rechner verwenden, und das Programm wird installiert.

Gimp über das Dash-Menü startenWird nach der Installation das Gimp-Icon nicht im Startermenü angezeigt, müssen Sie zum Starten des Programms das Dash-Menü aufrufen und nach Gimp suchen.

Darktable

Für die Arbeit mit RAW-Dateien wird neben einem Bildbearbeitungsprogramm noch ein RAW-Konverter benötigt, der idealer Weise auch für die Archivierung der RAW-Dateien genutzt werden kann. Diese Aufgabe soll Darktable übernehmen.

Im Ubuntu Software-Center wird Darktable leider nur in einer veralteten Version angeboten. Natürlich kann man auch mit dieser Version arbeiten, allerdings ist diese Version noch nicht wirklich ausgereift. Wer sich zudem gerade erst eine neue Kamera gekauft hat, wird wohlmöglich auf die RAW-Unterstützung einer neueren Version von Darktable angewiesen sein.

Die aktuelle Version von Darktable ist 1.2.1 (Stand: Mai 2013). Sie wird im Internet als sog. PPA (Personal Package Archive) angeboten. PPAs sind von Usern zusammengestellte Programmpakete, die auf externer Link Launchpad hinterlegt sind. Mit Hilfe von PPAs können unter Ubuntu Programme installiert werden, die nicht im Software-Center vorhanden sind. Anders als Programme aus dem Software-Center werden PPAs jedoch nicht auf Schadsoftware und Kompatibilitätsprobleme getestet. Sie bergen deshalb ein gewisses Risiko.

Dennoch habe ich mich entschlossen, das Darktable Release Plus PPA zu installieren. Den Link zu diesem und anderen Paketen finden sie auf der Webseite von externer Link Darktable.

Die Installation eines PPA ist etwas komplizierter und erfordert ein wenig Handarbeit.

Aufruf des Terminal1. Zuerst müssen Sie den Terminal öffnen. Suchen Sie hierzu im Dash-Menü nach „Terminal“ und klicken Sie anschließend auf das Terminal-Icon.

Das Terminal ist unter Linux das Gegenstück zur Windows-Eingabeaufforderung. Im Terminal müssen wie in guten alten DOS-Zeiten die Befehle per Hand eingegeben werden.

Terminaleingabe2. Zuerst muss das zu installierende PPA freigeschaltet werden. Dies erfolgt mit dem Befehl „sudo add-apt-repository ppa:“ gefolgt von der Angabe, wo bei Launchpad das PPA gespeichert ist. Für das Darktable Release Plus PPA lautet die Eingabe vollständig:

sudo add-apt-repository ppa:pmjdebruijn/darktable-release-plus

Nach dem Betätigen der Enter-Taste erfolgt eine Abfrage des Ubuntu-Benutzerpassworts. Anschließend erscheint nochmals der Hinweis, dass die Installation des PPA auf eigenes Risiko erfolgt. Wenn Sie den Vorgang nicht mit Strg+c abbrechen wollen, bestätigen Sie einfach mit der Enter-Taste.

Eingabe in Terminal3. Nach der Freischaltung erfolgt das Update mit dem Befehl

sudo apt-get update

Eingabe im Terminal4. Die eigentliche Installation erfolgt zuletzt mit dem Befehl „sudo apt-get install“ gefolgt vom dem Paketnamen. In meinem Fall also

sudo apt-get install darktable

Nun wird das Programm vollständig heruntergeladen und installiert.

Nach der Installation können Sie Darktable über das Dash-Menü aufrufen. Wie Sie mit Darktable arbeiten, habe ich im Artikel „Konkurrenz für Lightroom - Darktable 1.2.1“ einmal ausführlich zusammengestellt.

Farbmanagement

Nun aber zu den wirklichen Herausforderungen. Unverzichtbare Voraussetzung für jede solide Bildbearbeitung ist ein funktionierendes Farbmanagement, insbesondere ein ordentlich kalibrierter Bildschirm. Als Windowsnutzer muss man hier einige Zumutungen ertragen. Zwar bieten viele Hersteller Colorimeter mit passender Software für Windows an, die Zusammenarbeit von Software und Betriebssystem funktioniert aber nicht immer reibungslos. Ob Ubuntu das besser kann?

Der Artikel auf externer Link ubuntuusers.de zur Monitorkalibrierung macht wenig Hoffnung. Doch dieser Artikel ist für Ubuntu 10.04 geschrieben worden. Müssen bei Ubuntu 12.04 etwa auch etliche Zusatzprogramme erst geladen werden?

KalibrierungEs war bereits Abend und ich hatte keine Lust mehr, weiter im Internet zu recherchieren. Also habe ich es einfach ausprobiert und meinen Colorimeter von DataColor (Spyder 3) per USB an den Rechner angeschlossen. Was nun kam, hat mich wirklich beeindruckt. Ohne dass ich noch einen Treiber hätte herunterladen müssen, öffnete sich sogleich der Farben-Dialog und leitete mit durch den Kalibrierungsvorgang. Die erforderliche Software wird automatisch installiert.

KalibrierungFür die Kalibrierung stehen verschiedene Vorgabewerte zur Auswahl, wobei die für die Bildbearbeitung passenden Werte bereits vorgewählt sind. Ferner kann man zwischen einer ca. 4minütigen Schnellkalibrierung, einer ca. 10minütigen Normalkalibrierung und einer ca. 20minütigen Detailkalibrierung wählen. Hat man seine Auswahl getroffen, erscheint in der Bildschirmmitte ein farbiges Quadrat, auf dem das Colorimieter platziert wird. Anschließend muss nur in dem im Hintergrund weiter geöffneten Dialog auf Fortfahren geklickt werden und schon wird das Farbprofil für den Monitor erstellt. Das nenne ich vorbildlich.

Drucker

Drucker EigenschaftenProblemlos war auch der Anschluss meines Fotodruckers, ein schon etwas älterer Epson Stylus Photo R 2400. Sofort nach der Verbindung mit USB-Kabel war der Drucker einsatzbereit, ohne dass noch weitere Treiber oder Software hätten installiert werden müssen.

Ernüchterung stellte sich jedoch ein, als ich versuchte, ein Foto auszudrucken. Zwar können über die Druckereigenschaften die Druckoptionen sehr detailliert justiert werden, das Druckermenü entspricht jedoch in etwa nur dem Standardmenü beim Windowstreiber. Die unter Windows möglichen Experteneinstellungen gibt es unter Ubuntu nicht. Damit ist auch die von mir bevorzugte Arbeit mit Epson-Farbprofilen leider nicht möglich, wodurch die Farbtreue des Ausdrucks wieder zu einem kleinen Glückspiel wird.

Epson bietet auch Druckertreiber für Linux an. Ob diese das Problem allerdings lösen würden, konnte ich nicht testen, da für meinen Drucker keine 64-bit-Unterstützung angeboten wird. Darüber hinaus ist die Installation der von Epson angebotenen Treiber noch komplizierter als die Installation eines PPA.

Fazit

Der Umstieg auf Ubuntu war entgegen meinen ursprünglichen Befürchtungen gänzlich unproblematisch. Schwierigkeiten traten lediglich in der Vorbereitung auf, als es noch unter Windows darum ging, ein Bootmedium zu erstellen. Die Installation des Betriebssystems und der Anschluss der Peripheriegeräte war hingegen ein Kinderspiel, wenn auch zeitaufwendig.

Das Betriebssystem selbst macht einen sehr soliden Eindruck. Trotz des vergleichsweise leistungsschwachen Rechners arbeitet es sehr zügig und ohne Verzögerungen. Sogar das ressourcenfressende Programm Darktable lief tadellos, obwohl mein System noch nicht einmal die empfohlenen Mindestanforderungen erfüllt.

Alles im allem ist Ubuntu auch im Vergleich zu aktuellen Windowsbetriebssystemen nicht nur eine ernst zu nehmende Alternative, sondern aus Sicht des Fotografen sogar das bessere Betriebssystem. Ob ich deswegen allerdings meine in der Vergangenheit in Windowsprogramme getätigten Investitionen aufgeben und vollständig auf Ubuntu umsteigen werde, habe ich noch nicht entschieden.

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