Dynamic Range Increase (DRI)
Kontrastumfang erhöhen (Photoshop CS3)

Es gibt Motive, bei denen ist der Kontrastumfang - also der Helligkeitsunterschied zwischen dem hellsten und dem dunkelsten Bildteil - einfach zu groß für den Kamerasensor. Die Folge ist, dass entweder helle Bildteile überbelichtet oder dunkle unterbelichtet werden. Das Ergebnis ist wenig ansehnlich.

Wie in dem Beispiel rechts zu sehen, ist das Motiv am Ende der Röhre deutlich überbelichtet. Innerhalb der Röhre ist das Bild etwas zu dunkel. Dieser Eindruck wird vom Histogramm bestätigt.

Haben Sie in einer solchen Situation ein Stativ dabei, können Sie eine Belichtungsreihe machen und die Fotos später in Photoshop CS3 zu einem Bild mit hohem dynamischem Bereich (HDR-Bild) zusammenführen.

Ohne Stativ sollten Sie die Aufnahme unbedingt im RAW-Modus ihrer Kamera aufnehmen. Nur die RAW-Datei kann den Kontrastumfang Ihrer Kamera voll ausnutzen. Oft lassen sich bei der RAW-Konvertierung sowohl in Lichtern als auch Tiefen noch Bildinformationen hervorzaubern, die bei einer JPEG- oder TIFF-Datei endgültig verloren wären.

Wie Sie dies für Ihre Fotos nutzen können, will ich Ihnen hier zeigen.

1. Schritt

Rufen Sie die RAW-Datei in Photoshop auf (Befehl: Datei > Öffnen...). Der RAW-Konverter "Camera RAW" (ACR) wird beim öffnen der Datei automatisch aufgerufen.

Nehmen Sie wie gewohnt Ihre Einstellungen vor (siehe: RAW-Konvertierung I). Regeln Sie die Tonwerte aber so ein, dass die hellen Bildpartien so gut wie möglich wiedergegeben werden. Ab Photoshop CS3 steht Ihnen neben dem Regler "Belichtung" auch der Regler "Reparatur" zur Verfügung, der allein die hellsten Bildpunkte regelt.

In meinem Beispiel konnte mit den Werten -1,95 für Belichtung und 5 für Reparatur den Informationsverlust in den Lichtern auf ein Minimum reduzieren. Es ist erstaunlich, wie viele Details so noch gerettet werden können. Hätte die Kamera das Foto als JPEG- oder TIFF-Datei gespeichert, wären die Informationen für immer verloren gewesen.

Das Histogramm zeigt aber auch, dass immer noch einige Bildpunkte abgeschnitten sind. Lagen bereits bei der Aufnahme einige Punkte außerhalb des Belichtungsumfangs des Sensors, so können sie auch in der RAW-Konvertierung nicht wieder hergestellt werden.

Wenn Sie die passende Einstellung gefunden haben, öffnen Sie das Bild in Photoshop.

Da die RAW-Datei noch einmal geöffnet werden muss, müssen Sie in Photoshop eine Kopie des Fotos anlegen. Dies geschieht mit dem Befehl "Bild > Duplizieren...". Geben Sie der Kopie einen neuen Namen, z.B. "Beispiel_Kopie".

Die Originaldatei wird nun nicht mehr benötigt und muss vor dem zweiten Schritt geschlossen werden.

2. Schritt

Rufen sie nun die RAW-Datei ein zweites Mal auf (Befehl: Datei > Öffnen...). Wieder wird zunächst ACR geöffnet.

Stellen Sie die Tonwerte diesmal so ein, dass die dunklen Bildbereiche optimal wiedergegeben werden. Neben dem Regler "Belichtung" steht Ihnen ab Photoshop CS3 hierfür insbesondere auch der Regler "Fülllicht" zur Verfügung, der allein die dunkelsten Bildpunkte regelt.

Die übrigen Einstellungen sollten Sie gegenüber dem ersten Aufruf unverändert lassen. Vor allem die Farbeinstellungen sollten zu dem Foto aus dem ersten Schritt passen.

In meinem Beispiel ergab sich für Belichtung ein Wert von +0,50 und für Fülllicht ein Wert von 5. Daneben habe ich den Wert für Kontrast auf +44 erhöht.

Die Änderungen sind auch im Histogramm deutlich zu erkennen. Die Tonwerte haben sich deutlich nach rechts verschoben. Einige Bildpunkte, insbesondere in den Rillen der Röhre, bleiben aber bewusst abgeschnitten.

Wenn Sie die passende Einstellung gefunden haben, öffnen Sie auch dieses Bild in Photoshop.

3. Schritt

In Photoshop wechseln Sie nun zur Kopie des Fotos aus Schritt 1.

Mit dem Befehl "Auswahl > Alles auswählen" legen Sie eine Auswahl um das gesamte Bild. Das Gleiche erreichen Sie mit der Tastenkombination "Strg + A".

Diese Auswahl wird mit dem Befehl "Bearbeiten > Kopieren" oder der Tastenkombination "Strg + C" in den Zwischenspeicher kopiert.

Das Bild wird danach nicht mehr benötigt.

4. Schritt

Wechseln Sie nun wieder zur Foto aus Schritt 2.

Mit dem Befehl "Bearbeiten > Einfügen" oder der Tastenkombination "Strg + V" wird das Foto aus dem Zwischenspeicher als neue Ebene ins Bild eingefügt.

Fügen Sie dieser Ebene eine Ebenenmaske mit dem Befehl "Ebene > Ebenenmaske > Alles einblenden" an.

5. Schritt

Wählen Sie die Ebenenmaske an, indem Sie in der Ebenenpalette mit gedrückter Alt-Taste in das weiße Rechteck klicken. Das Foto in der Vorschau wird vollständig weiß.

Mit dem Befehl "Bearbeiten > Einfügen" oder der Tastenkombination "Strg + V" fügen Sie den Inhalt des Zwischenspeichers nun ein zweites Mal ein. Das Foto wird in die Ebenenmaske kopiert und erscheint in der Vorschau als Graustufenbild.

Durch das Einfügen entsteht eine neue Auswahl, die Sie mit dem Befehl "Auswahl > Auswahl aufheben" wieder entfernen können.

6. Schritt

Bereits jetzt haben Sie eine Kombination der in den ersten beiden Schritten erzeugten Fotos. Die Übergänge sind jedoch nach sehr hart und wirken deshalb unnatürlich. Dieses wird dadurch geändert, dass die Ebenenmaske radikal weichgezeichnet wird.

Stellen Sie sicher, dass Sie noch immer die Ebenenmaske ausgewählt haben, ggf. klicken Sie noch einmal auf das Maskensymbol in der Ebenenpalette.

Mit dem Befehl "Filter > Weichzeichnungsfilter > Gaußscher Weichzeichner..." rufen Sie den Weichzeichnungsfilter auf.

Im nachfolgenden Dialog sollten Sie den Wert für Radius durchaus hoch einstellen. Im Normalfall bietet sich ein Wert von 30 Pixeln an.

Klicken Sie anschließend in der Ebenenpalette auf das kleine Foto links neben der Ebenenmaske. Das Ergebnis ist verblüffend. Die Übergänge zwischen den beiden Ebenen ist weicher geworden und nicht mehr zu erkennen.

Auch im Histogramm sind die Veränderungen im Vergleich zum Ausgangsbild deutlich sichtbar.

7. Schritt

Zum Abschluss erfolgt ein letzter Feinschliff mit Hilfe der Gradationskurve als Einstellungsebene (Befehl: Ebene > Neue Einstellungsebene > Gradationskurven...").

Hierdurch können subtile Abstimmungen vor allem in den Tiefen und Lichtern vorgenommen werden.

Das Ergebnis

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